Glaube im Gespräch

Im Jahr 1234 wurde das Kloster St. Marienthal gestiftet. Eine lange Geschichte liegt diesem zugrunde. Und immer war der Glaube im Gespräch ein Mittelpunkt des Lebens. Nach der politischen Wende errichtete das Klosterstift St. Marienthal die Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal. Jährlich begegnen sich in diesem Zentrum alte und junge Menschen, Frauen und Männer. Sie nehmen an Seminaren und Vorträgen teil, veranstalten Workshops und Klausurtagungen.

Und immer ist der Glaube im Gespräch. Zunächst wegen des Klosterortes selbst. Es wird zu Gottesdiensten und Meditationen eingeladen. Jeder Gast darf sich eine persönliche und geistliche Begleitung durch eine Ordensschwester des Klosters wünschen. Außerdem gibt es Angebote zu besonderen Themen aus dem Bereich der Theologie und der Kirche.

Allen Gruppen, die im Begegnungszentrum tagen, wird eine Klosterführung angeboten, die nicht nur an Geschichte erinnert, sondern auch den Glauben ins Gespräch bringt. Im Garten der Bibelpflanzen können Besucherinnen und Besucher unter sachkundiger Leitung nicht nur etwas über Botanik erfahren, auch Worte aus der Bibel kommen ins Gespräch. Das Begegnungszentrum bietet die modernste Tagungstechnik an. Zugleich bietet der von langer Geschichte geprägte Ort an, über die aktuell diskutierten christlichen Werte nachzudenken.

Glaube im Gespräch ist nicht zeitlos und nicht ortlos. Glaube im Gespräch bedarf des Standpunktes und der Zeit.

Religionssensible politische Bildung

Für Jugendliche gibt es u.a. durch die sozialen Medien zunehmend die Gelegenheit, sich einfach und schnell zu informieren. Damit geht aber auch die Möglichkeit einher, Jugendliche für extreme Ideologien zu sensibilisieren, zu mobilisieren und zu missbrauchen. Gerade Anhänger extremistischer politischer und religiöser Bewegungen versuchen zunehmend, Jugendliche unterschiedlichen Alters für sich zu gewinnen. Das führt zudem dazu, dass gerade Religionen von einem Teil der säkularisierten Gesellschaft als Gefahr und als eine Bedrohung für die Demokratie wahrgenommen werden.

Eine zeitgemäße politische und religiöse Bildung muss darauf mit ihren vielfältigen Angeboten, Methoden und Kompetenzträgern reagieren. Ängste und Aversionen müssen erkannt und diskutiert werden, um vor allem junge Menschen zu unterstützen, eigenständige, selbstbewusste und entscheidungsfähige Bürgerinnen und Bürger zu werden.

Vor diesem Hintergrund führt die Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke e.V. (AKSB) bundesweit das Projekt „Religionssensible politische Bildung“ durch. Hierbei kooperiert die AKSB zusammen mit Jugendmigrationsdiensten, Schulen und Präventionseinrichtungen. Gemeinsam werden passgenaue Projekte für die Jugendlichen konzipiert und durchgeführt. Ziel ist es, Jugendliche zu befähigen, Religionen als positive Ressourcen des Zusammenlebens zu erschließen und somit politischen und religiösen Extremismus präventiv zu begegnen. Darüber hinaus organisiert die AKSB Fortbildungen für Jugendmigrationsdienste und Multiplikatoren/innen der politischen Jugendbildung.

Das IBZ ist gemeinsam mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen an dem Projekt beteiligt. Bis 2022 konzipieren und leiten IBZ und Kath. Akademie gemeinsam für sächsische Schulen Workshops und Seminare. So werden seit 2018 Veranstaltungen für Schüler*innen der Klassenstufe 6–10 zu unterschiedlichen Themen und mit zielgruppengerechten Methoden durchgeführt. Dabei werden Themen der „klassischen“ politischen Bildung wie Heimat, Demokratieförderung und interkulturelle Kompetenzen um das Themenfeld der Religion erweitert. Zudem werden in der Bildungsarbeit innovative Methoden eingesetzt. So werden unter Leitung des Jugendmigrationsdienstes der IB Mitte gGmbH für Bildung und soziale Dienste an einigen Schulen das Planspiel X-Games (Extreme Games) des Entwicklerteams InsideOut Stuttgart eingesetzt. In anderen Workshops wird das jeweilige Workshopthema kreativ durch künstlerische Methoden durch die Teilnehmenden gestaltet.

Kontakt

Projektleiter  Dr. Mathias Piwko

Tel.: +49 (0) 35 823 – 77 254
Fax: +49 (0) 35 823 – 77 250

Email: Piwko@ibz-marienthal.de