Gelebte Demokratie-Stärkung neuer demokratischer Bündnisse

Stärkung neuer demokratischer Bündnisse in Ostritz und Umgebung

Die Bevölkerung in Ostritz und Region ist seit Anfang 2018 für politische Themen in einem hohen Maße sensibilisiert. Ursache hierfür sind mehrere Veranstaltungen von hunderten von Neonazis und Rechtsextremisten*innen im Ostritzer „Hotel Neißeblick“ und die parallel dazu durchgeführten „Ostritzer Friedensfeste“ mit jeweils 3.000 Besuchern*innen und ca. 500 zivilgesellschaftlich Engagierten.

Aus dieser Sensibilisierung der Bevölkerung für politische Themen entsteht eine Chance für einen nachhaltigen Demokratiebildungsprozess im ländlichen Raum. Ziel des Projektes ist es, Bildungsangebote zur Förderung von Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz für verschiedene Zielgruppen zu organisieren. Dabei wird ein partizipativer Ansatz gewählt, um zivilgesellschaftliches Engagement zu fördern.

Das Projekt „Gelebte Demokratie“ will die bereits in Ostritz zivilgesellschaftlich Engagierten in ihrem Einsatz für demokratische Werte bestärken und zugleich noch ablehnende oder abwartende Menschen für demokratiefördernde Weiterbildungsmaßnahmen erreichen. Im Rahmen des Projektes werden Workshops für Multiplikatoren*innen und zivilgesellschaftlich Engagierte mit Themen wie „Argumentationstraining gegen Rechts“, Faktencheck „Migration und Asyl“, Verschwörungstheorien, Populismus, Hassrede im Internet u.v.m. durchgeführt. Groß angelegte und regelmäßig organisierte Festivals der politischen Bildung erhöhen den Bekanntheitsgrad der Initiative und erreichen eine breitere Öffentlichkeit.

Um noch weitere Menschen im Rahmen des Projektes „Gelebte Demokratie“ zu erreichen, wird versucht, diese in ihrem sozialen Umfeld, z.B. im Arbeitskontext oder in ihrem Wohnort anzusprechen.

Viele Firmen können nur produzieren, wenn gefestigte, demokratische Rahmenbedingungen gegeben sind. Gerade im deutsch-polnisch-tschechischen Grenzraum sind viele Firmen auf den Zuzug ausländischer Fachkräfte angewiesen. Für ein gesundes Betriebsklima ist es daher wichtig, eine Unternehmenskultur zu fördern, die von Respekt, Offenheit und Toleranz geprägt ist. Im Rahmen des Projektes werden Unternehmen der Region ermutigt, soziale Verantwortung zu übernehmen und gegenüber der Öffentlichkeit und der Belegschaft Haltung gegen Diskriminierung zu zeigen. Mit einer Reihe von Weiterbildungsveranstaltungen, die ein wertschätzendes Miteinander fördern, werden Unternehmer*innen in diesem Bestreben unterstützt.

Ebenso wird Unterstützung in Form von Workshops für Kommunen und Bürgermeister*innen angeboten, die Probleme mit demokratiefeindlichen Entwicklungen in ihren Gemeinden haben. Bei diesen Transferveranstaltungen spielen Erfahrungsaustausch und Netzwerkarbeit eine tragende Rolle, um die erfolgreichen Erfahrungen aus Ostritz zu nutzen und weiterzugeben.

Für weitere Informationen stehen die Projektleiterinnen gern zur Verfügung

Kontakt

Stefanie Patron

Tel.: 035823/77 252

E-Mail: Patron@ibz-marienthal.de

Kontakt

Marie Blüthner

Tel.: 035823/77 279

E-Mail: bluethner@ibz-marienthal.de

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.