Zukunftsorientierte Bildung in Ostsachsen – nachhaltig, kreativ und inklusiv!

Projektantrag an das Landesamt für Schule und Bildung (LASuB)

Förderung nach § 13 WbFöVO für die Haushaltsjahre 2026 und 2027

Schwerpunkt: ökonomische, ökologische und digitale Grundbildung

Projektbeschreibung

Das beantragte Projekt zielt auf die Stärkung ökologischer, ökonomischer und digitaler Grundkompetenzen in ostsächsischen ländlichen Regionen. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung alltagspraktischer Kompetenzen für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, für nachhaltigen Konsum sowie den sicheren Umgang mit digitalen Medien.

Durch interaktive Lernformate (z. B. praktische Workshops, digitale Lernräume, Outdoor-Formate, KI-gestützte Angebote) werden insbesondere bildungsungewohnte und sozial benachteiligte Zielgruppen erreicht. Im Sinne einer inklusiven Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werden Angebote in Leichter Sprache, barrierefreie digitale Zugänge sowie partizipative Beteiligungsformate angeboten.

Das Projekt gliedert sich in drei thematische Module:

  • Ökologische Grundbildung:
    a. Umweltbewusstsein, Ressourcenschonung, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, Bedeutung von Boden, Wasser und Luft, Abfallvermeidung/Recycling und Einflussmöglichkeiten durch nachhaltiges Konsumverhalten
  • Ökonomische Grundbildung:
    a. Haushaltsführung, Rechtsfragen bzgl. Kaufvertrag, Energieverbrauch, Umgang mit wirtschaftlichen Krisensituationen, nachhaltiger Konsum
  • Digitale Grundbildung:
    a. Zugang zu digitalen Lernplattformen, grundlegender Aufbau eines Computers/Smartphones und rechtliche Vorgaben, kritischer Medienumgang

Die Teilnehmenden erwerben Kompetenzen zur Gestaltung eines nachhaltigen Alltags, zur sozialen Teilhabe und zur Mitwirkung an Transformationsprozessen im Sinne einer zukunftsorientierten, solidarischen Gesellschaft.

Projekthintergrund

In der aktuellen globalen Situation von Deals um seltene Bodenschätze und dem Run auf den Abbau von Ressourcen auf dem Meeresboden bzw. auf dem Mond, künftig auch auf anderen Planeten, nimmt die Bedeutung von Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) für alle Altersgruppen zu. In einer Welt, die vor allem wachstumsorientiert geprägt ist, sehen wir die Notwendigkeit, die Menschen aller Altersklassen dabei zu unterstützen, zunehmend auf Ressourcenverschwendung und –vernichtung aufmerksam zu machen und sich mit deren Folgen für das eigene Leben wie auch das der zukünftigen Generationen zu befassen.

Besonderen Auftrieb bekam die Entwicklung von Ressourceneffizienz mit dem Trend zum Reparieren in der Corona-Zeit. Viele Menschen begannen, kaputte Gegenstände zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen. Das lag unter anderem daran, dass Lieferengpässe und geschlossene Geschäfte den Zugang zu neuen Produkten erschwerten. Initiativen wie Repair Cafés passten sich an die Pandemiebedingungen an, indem sie Online-Reparaturhilfe anboten oder einen Abhol- und Bringeservice organisierten. Auch Werkstätten mussten kreativ werden, um trotz Einschränkungen weiterarbeiten zu können. Dieser Trend hat bei vielen Menschen das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gestärkt.

Ressourceneffizienz ist eng mit nachhaltiger Bildung verknüpft: Bildung spielt bei der Förderung eines bewussten und nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen eine Schlüsselrolle. Themen wie Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz soll so z.B. in Lehrpläne der Schulen integriert werden, um die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu unterstützen.

Zukunftsorientierte Bildung ist aber nicht nur nachhaltig, sondern immer auch inklusiv. Der Ansatz der Inklusiven BNE verbindet Nachhaltigkeit mit sozialer Gerechtigkeit und ermöglicht allen Menschen den Zugang zu Bildungsangeboten, die Umweltbewusstsein und gesellschaftliche Verantwortung fördern. Ein inklusiver Ansatz in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stellt sicher, dass alle Lernenden unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen aktiv an nachhaltigen Bildungsprozessen teilnehmen können.

Mit dem Projekt wird ein Beitrag geleistet,

  • die Menschen in Ostsachsen zu nachhaltigem Ressourcenverbrauch und Nachdenken über die Notwendigkeit von Ressourceneffizienz zu befähigen,
  • sich Urteile und Wertungen insbesondere über einen nachhaltigeren Umgang mit der vorhanden Natur und Umwelt zu bilden und
  • sich selbstbewusst und –bestimmt in gesellschaftliche Auseinandersetzungen aktiv einzubringen und so unser Gemeinwesen in Fragen der Erhaltung einer lebenswerten Umwelt weiterzuentwickeln.

Projektziele

Das Projekt stärkt ökologische, ökonomische und digitale Grundkompetenzen in ländlichen Regionen Ostsachsens.

Es soll insbesondere bildungsungewohnte, sozial benachteiligte und ältere Menschen befähigen, einen nachhaltigen Alltag zu gestalten, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, digitale Werkzeuge sicher und kritisch zu nutzen.

Übergeordnete Ziele sind:

  • Förderung von Wissen und Handlungskompetenzen in allen drei Bereichen (ökonomisch, ökologisch, digital)
  • Senkung von Teilnahmehemmnissen durch inklusive, barrierearme und lebensweltorientierte Formate
  • Nachhaltige Verankerung der erworbenen Kompetenzen durch praxisnahe Anwendungen im Alltag.

Zielgruppen

Das Projekt richtet sich an Menschen im Freistaat Sachsen – insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Priorität erhalten:

  • bildungsferne bzw. bildungsungewohnte Menschen
  • Menschen mit (kognitiven) Beeinträchtigungen
  • Seniorinnen und Senioren
  • Schüler/-innen und Lehrkräfte an Förderschulen, Oberschulen und Gymnasien
  • Kommunalpolitiker/-innen und Multiplikator/-innen
  • Mitarbeitende anderer Bildungseinrichtungen (z.  Demokratiebildung)

Themenschwerpunkte und Inhalte

Das Projekt gliedert sich in drei thematische Module. Die Inhalte orientieren sich an den im Durchführungserlass festgelegten Anforderungen.

Modul 1: Ökologische Grundbildung

  • Grundlagen der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
  • Umweltbewusstsein und Ressourcenschonung im Alltag
  • Nachhaltige Ernährung und Einflussmöglichkeiten durch Konsum
  • Bedeutung von Biodiversität und natürlichen Lebensgrundlagen (Boden, Wasser, Luft)
  • Auswirkungen von Umweltverschmutzung (Plastik, CO₂, Gewässer, Luft)
  • Klimaschutz, Ressourcenschonung, Erhalt von Lebensräumen
  • Abfallvermeidung, Recycling, Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Modul 2: Ökonomische Grundbildung

  • Finanzielle Grundbildung für Alltagsentscheidungen
  • Konsumverantwortung und Lebensqualität
  • Nachhaltiger Konsum und Kreislaufwirtschaft (Circular Economy)
  • Haushaltsplanung, verantwortlicher Umgang mit Geld, Reparieren statt Wegwerfen
  • Möglichkeiten des Sparens und Altersvorsorge
  • Rechtsfragen (Kaufvertrag, Energieverbrauch, Handy-/Internetnutzung)
  • Umgang mit wirtschaftlichen Krisensituationen, Schuldnerberatung

Modul 3: Digitale Grundbildung

  • Zugang zu digitalen Lernangeboten und -plattformen
  • Nutzung digitaler Werkzeuge für Alltagsstrukturierung, Recherche und Kommunikation
  • Datenschutz, Urheberrecht, Schutz der Privatsphäre
  • Kritischer Umgang mit Online-Informationen (Fake News, Social Bots, Trolle)
  • Digitale Ethik und verantwortungsvoller Einsatz neuer Technologien

Methoden und Formate

Die Methoden berücksichtigen Diversität, fördern Selbstwirksamkeit und aktivieren Engagement. Die Projektumsetzung setzt auf innovative, interaktive und partizipative Bildungsformate. Die Formate sind so gestaltet, dass sie niedrigschwellig, inklusiv und lebensweltorientiert sind.

Dazu gehören:

  • projektbasiertes Lernen mit Nachhaltigkeitsfokus – Teilnehmende entwickeln eigene Umweltprojekte, die reale Herausforderungen lösen, z. B. das Anlegen eines Gartens oder die Planung nachhaltiger Mobilitätslösungen.
  • Diversität und kulturelle Nachhaltigkeit – Bildung sollte auch kulturelle Vielfalt und soziale Gerechtigkeit fördern. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften. Programme zur Förderung von Diversität und globalem Lernen stärken im Rahmen interkultureller Bildung soziale Nachhaltigkeit
  • Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) in Bildungseinrichtungen – Leben was wir lehren! Bildungseinrichtungen müssen Lehre glaubwürdig vermitteln, dazu gehört auch das eigene Handeln! Nachhaltiges Handeln und Materialien reduzieren den ökologischen Fußabdruck.
  • digitale Bildung für alle – Open-Source-Lernplattformen ermöglichen barrierefreien Zugang zu hochwertiger Bildung für alle unabhängig von Standort oder finanziellen Mitteln. Durch digitale Tools können nachhaltige Bildungsinhalte für alle zugänglich gemacht werden, unabhängig von physischen oder kognitiven Einschränkungen.
  • interaktive Lernräume –Lernräume können so gestaltet werden, dass sie das Entdecken und Forschen fördern. Beispielsweise können Outdoor-Klassen oder (virtuelle) Exkursionen in Wälder, Ozeane oder nachhaltige Städte integriert werden
  • Einsatz von KI-basierten Lernhilfen zur individuellen Unterstützung – Personalisierte Lernpfade, automatische Übersetzungen, adaptive Übungen, Sensibilisierung für Datenschutz/Ethik.
  • Beteiligung der Zielgruppen an Planung, Durchführung und Evaluation – Ideenwerkstätten, Feedback-Runden, Mitwirkung bei Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation.

Workshops und Aktionsformate in barrierearmer Sprache
Die Veranstaltungen werden so gestaltet, dass sie für Teilnehmende mit unterschiedlichen sprachlichen und kognitiven Voraussetzungen zugänglich sind. Dazu gehören:

  • Verwendung klarer, einfacher Satzstrukturen und eines aktiven Sprachstils, um komplexe Sachverhalte verständlich zu machen.
  • Vermeidung oder Erklärung von Fachbegriffen, ggf. durch ergänzende Glossare oder Symbolkarten.
  • Einsatz unterstützender visueller und haptischer Materialien (Bilder, Piktogramme, Modelle, reale Gegenstände), um Inhalte zu veranschaulichen.
  • Schriftliche Unterlagen in Leichter Sprache gemäß den Empfehlungen des „Netzwerks Leichte Sprache“.
  • Zusätzliche mediale Unterstützung durch kurze Videos mit Untertiteln, Audiodateien oder Vorlesefunktionen.
  • Interaktive Elemente wie gemeinsames Ausprobieren, Gruppenübungen und Rollenspiele, um Wissen erfahrbar zu machen.
  • Flexibilität im Lerntempo durch modulare Einheiten, Pausenregelungen und Wiederholungsphasen.
  • Bei Bedarf Begleitung durch Gebärdensprachdolmetschung oder Vorlesehilfen.

Ziel ist, dass alle Teilnehmenden – unabhängig von Sprachkompetenz oder Beeinträchtigungen – aktiv am Lernprozess teilhaben und die vermittelten Inhalte praktisch anwenden können.

Erwartete Ergebnisse und Wirkung

  • Erhöhung der ökologischen, ökonomischen und digitalen Handlungskompetenz der Zielgruppen.
  • Nachhaltige Verankerung von Ressourcenschonung, Konsumverantwortung und digitaler Selbstbestimmung.
  • Abbau von Barrieren für bildungsferne Zielgruppen.
  • Stärkung der Teilhabe in ländlichen Räumen.

Messindikatoren

  • Anzahl durchgeführter Veranstaltungen: mind. 15 pro Projektjahr.
  • Erreichte Teilnehmende: mind. 250 Personen/Jahr.
  • Durchschnittliche Teilnahmedauer: 8 Lerneinheiten pro Person.
  • Anteil bildungsungewohnter Teilnehmender: mind. 40 %.
  • Zufriedenheitsquote (Feedbackbögen): mind. 85 % positiv.

Hinweis gemäß § 7.2 Durchführungserlass:

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Kontakt

Projektleitung
Gerhild Kreutziger
kreutziger@ibz-marienthal.de
Tel.: +49 (0) 35823 – 77 322

Projektmitarbeiterin
Nicole Rieger
rieger@ibz-marienthal.de
Tel.: +49 (0) 35823 – 77 236

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.