Nach Deutschland geflüchtete Menschen können sich im Rahmen dieses Projektes bewerben, um in ihrem Bereich (Flüchtlingsheim, Verein, Gruppierung, Schule, Familie etc.) als „Nachhaltigkeitslotsen“ ausbildet zu werden. Insgesamt werden 80 Personen ausgewählt und erhalten jeweils
• einen Sprachkurs „Deutsch“ mit Schwerpunkt im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes (insgesamt an 5 Tagen)
• vier Exkursionen zu Orten mit Umweltschutzbezug (Wasserklärwerk, Müll- und Wertstoffsammlung, Wald- und Naturschutz, Energieökologische Modellstadt Ostritz etc.)
• eine fünftägige Schulung zu Hintergründen und zur praktischen Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils. Schwerpunkte sind dabei die Bereiche „Ernährung“, „Energiesparen“ und „Materialverbrauch“.
• eine Zukunftswerkstatt zur gemeinsamen Entwicklung von konkreten Nachhaltigkeitsprojekten
• einen gemeinsamen Kochkurs
• eine Abschlussveranstaltung zur Präsentation ihrer Nachhaltigkeitsprojekte mit Verleihung der Teilnehmerzertifikate und Würdigung des Geleisteten.
Die geflüchtete Menschen werden über die gesamte Projektlaufzeit von 15 Monaten durch das IBZ sowie zusätzliche ehrenamtliche Helfer/innen begleitet und unterstützt, so dass sie bei evtl. auftretenden Hemmnissen bei der Umsetzung Hilfe erhalten.
Im Sinne der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ lernen die geflüchtete Menschen durch das Projekt nachhaltiges Denken und Handeln und treffen durch die von ihnen entwickelten Nachhaltigkeitsaktivitäten Entscheidungen für sich und ihre Zukunft.
Durch konkreten Praxisprojekte erfahren sich die geflüchtete Menschen als selbstwirksam und entwickeln Lust auf größere Veränderungsschritte. Wenn es ihnen z.B. gelingt, in ihrem Flüchtlingsheim den Energieverbrauch zu verringern, kann sich dies in einer „Kultur der Anerkennung“ als identitätsstiftend erweisen und sie zu weitergehendem nachhaltigen Engagement ermutigen. So ist es ein zentrales Ziel des Nachhaltigkeitslotsenprojektes, die geflüchtete Menschen in ihrem Engagement zu stärken. Durch diese Aufgabe erfahren sie aktive Teilhabe, übernehmen Verantwortung, entwickeln Selbstbewusstsein und lernen, im Nachhaltigkeitslotsen-Team gemeinsam Vorstellungen und Ziele auszuhandeln und zu kooperieren. Abschließend findet eine Fachveranstaltung für Umweltbildner/innen statt zum Thema „Umweltbildung für Menschen auf der Flucht“. Dort werden die Projektergebnisse vorgestellt sowie weitere Angebote, Aktionen und Projekte für und mit unterschiedlichen Flüchtlingsgruppen und verschiedenen Ansätzen und Zugängen.

Projektlaufzeit 01.07.2016 – 30.09.2017  

        

 

Kontakt 

Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ)

Georg Salditt

Projektleiter Umwelt- und politische Jugendbildung

St. Marienthal 10

02899 Ostritz

Tel.: +49 (0) 35 823 – 77 232

Fax:  +49 (0) 35 823 – 77 250

Salditt@ibz-marienthal.de