Liebe Väter,
oft wird gehört, dass insbesondere Jungen für ihre Entwicklung beides brauchen: einerseits eine Bezugsperson, die ihn unvoreingenommen liebt und andererseits einen Menschen, dessen Liebe er sich erst erarbeiten und verdienen muss. Zumeist wird die Mutter in der ersten, der Vater in der zweiten Rolle gesehen. Doch diese eindimensionale Sicht scheint der Komplexität von familiärer Bande nicht gerecht zu werden. In unserer aufgeklärten Gesellschaft verschwimmen die männliche und die weibliche Rolle in der Erziehung zusehends. Es geht doch darum, dem Sohn einen Ent-wicklungsrahmen zu bieten, der seiner gefestigten Persönlichkeit zur Blüte verhilft. Diese Festigung kann der Sohn erfahren, indem er gefördert, für gut befunden, geliebt und stabilisiert wird – am besten durch beide Eltern. Dies ist der sprichwörtliche Idealfall. Doch das Verhalten vieler Väter wirkt manchmal irrational und ist schwer auszulegen: Warum gehen Väter mit ihren Söhnen oft so gefühllos und grob um? Warum provoziert die vermeintliche Unvollkommenheit des eigenen Sohnes so schnell eine zornige Reaktion, wo der Sohn doch sicherlich vom Vater geliebt wird? Diese und auch andere Fragen sind tiefgreifend und bedürfen einer Betrachtung, um einen realistischen Blick auf das eigene väterliche Rollenverständnis zu entwickeln.
Dieses Seminar möchte ergründen, was die Besonderheiten der Vater-Sohn-Beziehung ausmachen. Im Dreiklang aus biographischer Selbstergründung, Wissensvermittlung und Reflexion wollen wir uns auf die Suche nach einem differenzierten Verständnis der individuellen Vaterrolle begeben. Ergänzt durch gemeinsame Vater-Sohn-Aktivitäten wollen wir das Wochenende zu einer bleibenden Erinnerung für Sie und ihren Sohn werden lassen.

Quintus Sleumer (Seminarleiter)
Michelle Hübl (Seminarleiterin)
Steffen Blaschke (Projektleiter Familienbildung)

Flyer