Am 26. 09.2020 fand bereits zum siebten Mal das vom Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) veranstaltete „Ostritzer Friedensfest“ statt. Trotz Corona-Beschränkungen und Dauerregen nahmen 957 Menschen an diesem Fest teil.

Mit dem Friedensfest setzen Bürgerinnen und Bürger aus Ostritz und der Region seit 2018 regelmäßig Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz, Frieden und Demokratie.  Das Friedensfest ist eine gemeinsame Aktion von zivilgesellschaftlich engagierten Menschen, der Stadt Ostritz und dem IBZ, die im vergangenen Jahr mit dem „Deutschen Engagementpreis“ ausgezeichnet wurde.

Die 7. Ausgabe des Festes war in ihrer Form geprägt von der AHA-Regel: Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, Alltagsmasken tragen. Teil der Hygieneregeln war die Einteilung des Ostritzer Marktes in „Viertel“: Im Chill-out-Viertel, Bildungsviertel, Nachbarschaftsviertel, Spieleviertel, Kunstviertel und Caféhausviertel wurde der Zugang geregelt, damit die notwendigen Abstände eingehalten werden konnten, um das Risiko von Infektionen durch das neuartige Coronavirus so gering wie möglich zu halten. Die Maßnahmen wurden im Vorfeld mit der Stadt Ostritz und dem Landkreis Görlitz abgestimmt.

In den einzelnen Vierteln wurde den Ostritzern und den Gästen wieder ein umfangreiches Programm von deutschen und polnischen Verbänden, Vereinen und Initiativen aus der Region geboten. Auch die katholische und evangelische Kirchengemeinde engagierten sich erneut bei diesem Fest, u.a. bei der Gestaltung der Lichterkette rund um den Markt.

Ein Höhepunkt war sicher der Auftritt der Brandenburger Rockband „Keimzeit“, die seit inzwischen 38 Jahren Rockmusik mit deutschen Texten macht. Die Musiker um Sänger Norbert Leisegang begeisterten schon in der DDR Viele mit ihren poetischen Texten. Seit der Wende hat die Band in ganz Deutschland viele Fans gewonnen, nicht zuletzt durch ihren Hit „Kling Klang“.

In einer Podiumsdiskussion diskutierten bereits am Nachmittag der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, die Präses der Synode der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer und der Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie und der Stiftung Deutsches Hilfswerk, Christian Kipper miteinander: Wie gelingt zivilgesellschaftlicher Zusammenhalt? Was braucht es für eine lebendige Demokratie? Und was kann ich dazu beitragen?

Am Vorabend des Friedensfestes wurde der Dokumentarfilm „Für Sama“ gezeigt, der sich mit dem Syrischen Bürgerkrieg befasst. Anschließend standen die Islamwissenschaftlerin Dr. Maria- Magdalena Pruß und Muhannad Taha (Aleppo, Berlin) den Zuschauern für ein Gespräch über den Film zur Verfügung.

Im Jahr 2020 fanden im Gegensatz zu den Vorjahren keine rechtextremistischen Großveranstaltungen im Ostritzer „Hotel Neisseblick“ statt. Dr. Michael Schlitt, Vorstandesvorsitzender des IBZ dazu: „Trotzdem werden die Akteure des Friedensfestes auch nächstes Jahr weitere Veranstaltungen für Frieden, Weltoffenheit, Demokratie und Toleranz organisieren.“